Der Herbstregen hat den Platz aufgeweicht, und du schlägst ins leicht ansteigende Rough. Als du ankommst, siehst du: Der Ball steckt tief – fast bis zur Hälfte – im Boden.
„Klar, eingebettet – ich darf doch droppen“, denkst du.
Aber Vorsicht: So einfach ist es nicht. Die Regeln machen hier klare Unterschiede.
1️⃣ Grundregel – 16.3a
Du bekommst nur straflose Erleichterung, wenn:
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Der Ball im Gelände liegt (Gelände = alles außer Abschlag, Grün, Penalty Area, Bunker)
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Der Ball steckt teilweise unterhalb der Bodenoberfläche
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Die Lage wurde durch den eigenen Einschlag verursacht
Das bedeutet:
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Eingebettet im Fairway → Ja, Erleichterung
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Eingebettet im Rough (Gras/Boden) → Ja, Erleichterung
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Eingebettet im Grün → andere Regel (13.1c), dort darfst du den Einschlag reparieren
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Eingebettet in einer Penalty Area oder im Bunker → Nein, keine Erleichterung nach 16.3b
2️⃣ Die wichtige Ausnahme – Sand im Gelände
Hier kommt der Knackpunkt, den viele Golfer nicht kennen:
Liegt der Ball in Sand eingebettet und dieser Sand ist nicht auf Fairwayhöhe oder kürzer gemäht → keine straflose Erleichterung.
Beispiele:
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✅ Ball steckt in einer Sandsenke im Fairway → Erleichterung erlaubt
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❌ Ball steckt in einer sandigen Kuhle im Rough → keine Erleichterung
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❌ Ball steckt in einem naturbelassenen Sandbereich am Waldrand → keine Erleichterung
❌ Ball ist unspielbar wegen Hindernis - es ist unvernünftig zu spielen → keine Erleichterung
💡 Wichtig: „Fairwayhöhe oder kürzer“ bedeutet nur, dass an der Stelle, wo der Ball liegt der Boden so kurz gemäht ist – nicht das gesamte Gelände.
3️⃣ Eingebettet im Rough – ja oder nein?
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Ja, wenn der Ball im Gras oder Boden eingebettet ist (egal wie hoch das Gras steht)
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Nein, wenn er in Sand im Rough eingebettet ist (Sand nicht Fairwayhöhe gemäht)
4️⃣ Weitere Ausnahmen – „Offensichtlich unvernünftig“
Selbst wenn der Ball eingebettet ist, bekommst du keine Erleichterung, wenn:
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Das Problem nicht der Einschlag ist, sondern ein anderes Hindernis (z. B. Busch, Baum, Mauer)
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Beispiel: Ball steckt im Boden unter einem Busch, aber du könntest sowieso keinen Schwung machen → keine Erleichterung nach 16.3b
5️⃣ Wie bestimmst du, ob ein Ball eingebettet ist?
Laut Regel 16.3a(2):
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Der Ball muss im eigenen Einschlagloch liegen
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Er muss teilweise unter der Bodenoberfläche stecken
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Du darfst ihn als eingebettet behandeln, wenn es gute Gründe gibt anzunehmen, dass es sein eigenes Einschlagloch ist
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Nicht eingebettet: durch Schuhe eingedrückt, direkt ohne Flug in den Boden geschlagen, beim Droppen eingesunken
6️⃣ Praxis-Tipps für den Platz
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Markieren: Vor dem Anheben immer die Stelle markieren
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Beobachten: Flugbahn und Landung im Auge behalten – erleichtert die Entscheidung
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Nicht verwechseln: Eingebettet in Sand ≠ automatisch Erleichterung
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Regelkenntnis: Gerade im Herbst/Winter häufiger relevant wegen weichem Boden
7️⃣ Merksatz
Eingebettet im Gras oder Boden im Gelände → Erleichterung.
Eingebettet in Sand im Gelände → nur, wenn der Sand auf Fairwayhöhe oder kürzer gemäht ist.
Anderes Hindernis als Hauptproblem → keine Erleichterung.